GO! betreibt in der Schweiz derzeit das einzige standardisierte Sameday-Ausliefersystem. Trotz dieses Alleinstellungsmerkmals wurde die “Qualitäts-Latte”, wie im Overnight-Geschäft auch, sehr hoch angesetzt.

Um die Performance produzieren zu können, bedarf es einer ausgeklügelten und prozessorientierten IT und vieler fleissiger Hände. Doch auch hier sind planerisch Grenzen gesetzt, nämlich dann, wenn das Herbst und Wintergeschäft Einzug hält. Wenn je nach Wetterlage auf einen Schlag oder in einzelnen Stückelungen zusätzlich tausende Reifen und Kompletträder an die zitternde Kundschaft der topografisch schwierigen Schweiz ausgeliefert werden muss.

Da sich das Bedürfnis der Winterausrüstung für Autos immer mehr von einfachen Reifen Richtung Kompletträder, also Felgen mit aufgezogenen Reifen, verlagert, ist auch die Logistik gefordert. War der Reifen vorher ein einfaches Gut mit einem Gewicht von 8-12 Kg ist ein Komplettrad mit Alufelge zu einem hochsensiblen und aufgrund der gesteigerten Nachfrage nach immer grösseren Reifendimensionen von bis zu 22 Zoll zu einem «Schwergewicht» mit 16-22 Kg mutiert.

Für Auslieferdienste in der Schweiz, die mit 3.5 t Fahrzeugen (Nutzlast ca. 1000 kg) zustellen, ist dies eine enorme Veränderung und Herausforderung geworden. Zudem fallen im Winter nebst Reifen und Rädern natürlich auch vermehrt Carrosserie- und sperrige Teile an.

Deshalb hat die GO! Schweiz bereits im Juli begonnen die Touren flächendeckend für dieses saisonale Ereignis vorzubereiten und neu zu berechnen. Mit Hilfe von realen, statistischen sowie zukunftsgerichteten Daten wurde ein Modell entwickelt, mit dem die schwer planbare Winterzeit bestmöglich gemeistert werden kann.

Eine solche Qualitätssicherung bedeutet natürlich auch intensive Kosten – «leider» ist man gewillt zu sagen, denn gerne hätte man mit der bestehenden Struktur einfach den Auslastungsgrad der eingesetzten Fahrzeuge erhöht. Doch als «alte Hasen» wissen wir, dass dies ein gefährliches Unterfangen ist und ein Transportsystem dann kollabieren kann. Denn auch unsere Fahrer und deren Fahrzeuge müssen die Naturgewalt meistern und solche Mengen innert kürzester Zeit auszurollen ist ohne Zusatzressourcen unmöglich. Deshalb wurden schon im Juli neue für diese saisonale Herausforderung spezifische Touren und Entlastungsfahrzeuge geplant.

Vor allem in den heiklen Berg- und Randregionen ist der Wintereinbruch und die Planung trotz neuer Technik und besseren Fahrzeugen immer noch stark risikobehaftet. Aber auch in den Städten und Agglomerationen hat sich die Verhaltensweise der Konsumenten geändert. Es wird viel zu lange mit der Montage der Winterbereifung gewartet und wenn dann die weisse Pracht via Wetterdienste angemeldet wird, werden Garagen und Reifenhäuser gestürmt. Dies hat zur Folge, dass auch die Verkehrssicherheit leidet und ungewöhnlich viele Unfälle passieren. Leider ist dies ein Dominoeffekt denn auch GO! ist davon wieder betroffen da die Stauhäufigkeit und die gesperrten Strassen rapide zunehmen und uns unsere Arbeit erschweren. Solche kausalen Ereignisse sind aber nicht planbar und so bleibt auch bei einer vorzeitigen und sorgfältigen Winterplanung das Restrisiko – die höhere Gewalt.